Liebe Ehemalige, liebe Eltern und Schüler, liebe Freunde unserer Schule, wir feiern unser 30-jähriges Bestehen!

Am
15. September 1975 wurde die Schule im Wendelweg (vorläufige Pavillons) offiziell eröffnet.

Wir bitten Sie herzlich, einen Fragebogen auszufüllen.


M. Seeberger (L),  K. Rohrbach (L)  (Hinweis)




Berichte:   
                  Ehemaligentag
                  Peer Gynt mit Orchester und Eurythmie
                  Offizieller Festakt
                  Feier mit den Schülern
                  Artikel aus den "Mitteilungen Johanni 2005" zu diesem Thema




 

So sah das Kollegium einmal aus...





Am Samstag, 13. Mai 2006 fand ein Festtag statt, der speziell unseren ehemaligen Schülern, Eltern und Kollegen gewidmet war:


Dabei gab es Diskussionsrunden, Führungen, viel Wiedersehensfreude und Möglichkeiten Kritik anzubringen.

   
Gemeinsames Singen und der gute alte Sportunterricht ...

 
Und abends wurde es laut - die Fete mit den Anthropops:  


Wir freuen uns, so viele Ehemalige wiedergetroffen zu haben und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!


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Am Freitag, 12.5.2006 zeigen wir ein musikalisches Projekt im Rahmen der 30-Jahr-Feier:

Peer Gynt von Edvard Grieg mit Orchester und Eurythmie (Beteiligung der Klassen 8-12); hier die ersten Bilder:

 

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Am 16. September 2005 fand ein offizieller Festakt mit dem Kollegium und der Elternschaft statt, zu dem u.a. auch Vertreter des öffentlichen Lebens aus Politik und Kultur sowie die Presse geladen waren.


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Am Morgen des ersten Schultags nach den Sommerferien stimmten wir uns gemeinsam  mit einer Feierstunde auf das Jubiläumsjahr ein. Eine Torte durfte da nicht fehlen!


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30 Jahre Freie Waldorfschule Würzburg

„Machst du mit?“ - Wie alles anfing -

Im Herbst 1949 besuchten drei Schüler aus Franken die beiden Waldorfschulen in Stuttgart. Sie waren in verschiedenen Klassen und hatten dadurch wenig Kontakt. Aber zu Ferienbeginn oder Ferienende trafen sie sich gelegentlich im Zug. Waldorfschüler zu sein, das verband. Als die Schulzeit beendet war, fuhr der eine oder andere noch zum Ehemaligentreffen – zum Herbstfest – oder als Zauberer zu den Sommerferien seiner alten Schule. Dann sahen sie sich viele Jahre nicht. Im Herbst 1968, wir hatten alle drei 1965 geheiratet, sickerte die Nachricht nach Schweinfurt durch, es habe sich in Würzburg ein Waldorfschulverein gegründet. Mit meiner Frau besuchte ich im November einen Vortrag von Dr. Kranich aus Stuttgart in der Pädagogischen Hochschule im Frauenland. Dort traf ich Peter Lockner und Roland Kipple nach 14 Jahren wieder. Lockner fragte mich in seiner entwaffnenden, unmissverständlichen und geraden Art: „Machst Du mit?“ – und lud mich gleich ein, an den Vorstandssitzungen in seiner Wohnung teilzunehmen. Wenn wir dort zusammentrafen und über unsere Schule nachdachten, waren wir umgeben von Kunstschätzen aus den letzten fünf Jahrhunderten. Es war eine reizvolle, wohltuende Atmosphäre.



Christian Brummer, der pädagogische Mentor

Friedrich Kipple wurde erster Vorsitzender, Helmut Müller zweiter Vorsitzender, Peter Lockner Schatzmeister. Mit von der Partie waren noch Irma und Helmut Grunsky, Annemarie und Siegfried Hünig, Gabriele Müller, Johannes Stephan und ich; gelegentlich auch die Studenten Klaus und Ulrike Hünig. Die übrigen Teilnehmer sind mittlerweile verstorben oder andere Wege gegangen. Wir waren damals keine Phantasten, aber wir glaubten uns dem jeweils gesteckten Ziel immer ein ganzes Stück näher, als wir in Wirklichkeit waren. Die vielen Schwierigkeiten waren für unsere Sicht verdeckt, und die Summe der Probleme wurde uns, wie ein köstlicher Parmaschinken, immer nur in hauchdünnen Scheiben vorgelegt. „Das würden wir schon meistern“, hieß es dann. Um Michaeli trafen sich jedes Jahr zu Versammlungen die „Gründungswilligen“ beim Bund der Freien Waldorfschulen in Stuttgart. Dort fuhren wir mit unseren sechs Studenten für das Lehramt vor und demonstrierten Gründungswillen schon in den Jahren 1970/71/72. Die Erfahrenen in der Schulbewegung blockten uns nicht ab, wenn sie uns bremsten, aber sie bewahrten uns davor, in eine Unternehmung zu schnell, zu unerfahren und zu leichtfertig zu stürzen. Erst sollten wir einmal einen Kindergarten bauen, hieß es, der dann in den Jahren 1971/72 auch wirklich entstand. Damit waren wir eine kleine Schar mit fast 200.000,- DM langfristig verschuldet. Das war damals für die Größe des Vereins nicht viel weniger als später die 5.000.000,-DM !

Gründungslehrer Peter Bauer begrüßt Ernst Weißert vom Bund der freien Waldorfschulen

Herr Georg Hofmann, ein pensionierter Waldorflehrer aus Stuttgart, arbeitete mit Studenten und ein paar Eltern monatlich an einem Wochenende über die Waldorfpädagogik: Formenzeichnen, Rechnen, Schreiben, Unterrichtsgliederung usw. Wir waren alle so voller Optimismus, dass wir es für völlig abwegig gehalten hätten, hätte uns jemand gesagt, dass es noch drei lange Jahre dauern würde, bis wir endlich mit unserer Schule beginnen könnten. Ein Grundstück an der Ebertsklinge stand uns in Aussicht. Architekt Beck aus München hatte der Stadt schon Bebauungsentwürfe und ein Modell vorgelegt. Gott sei Dank war die Lobby unserer Gegner stark genug, uns von dort weg zu halten, bis der damalige Oberbürgermeister Dr. Zeitler uns vorschlug, auf das im Bebauungsplan als Schulgrundstück ausgewiesene Areal am Oberen Neubergweg zu gehen. Die Fläche war besser geschnitten, weniger hängig und viel größer. Die vier Grundstücke konnten – auf Jahre verteilt – eins nach dem anderen in Erbbaurecht erworben werden. 1973 fanden wir Herrn Bauer, der als erfahrener Lehrer ohne zweites Staatsexamen mit einer Ausnahmegenehmigung als aktiver Gründungslehrer einstieg. Als dann Herr Brummer aus München als „Bundesgarant“ unsere Betreuung übernahm, war auch Stuttgart zufrieden, und wir durften beginnen. Im Juli und August werkelten von früh bis spät und an Wochenenden Lehrer, Eltern und Vorstände in den gemieteten Räumen am Wendelweg, um unsere provisorischen Schulräume vorzubereiten. Wir brauchten Toiletten und Waschbecken, neue Wände, neuen Anstrich. Hier arbeitete ein gelernter Installateur, dort ein Elektriker, Laien tünchten, verputzten usw. Der Hof und die Schulanlage wurden von Unkraut gereinigt, bis alles geordnet und sauber hergerichtet war. Frau Reichert, Frau Eggerding und Herr Bauer unterrichteten ab 14. September 1975 die drei ersten Jahrgänge in zwei Klassen. Zwischenzeitlich hatte Herr Beck für das neue Grundstück Pläne entworfen, die eine Flächen sparendere Bebauung vorsahen, als heute realisiert ist. Wegen der nachbarlichen Einsprüche mussten wir dann Höhen zurücknehmen, Abstände vergrößern und Feuerwehrzufahrten verlegen, bis endlich der erste Bauabschnitt genehmigt wurde. Zur Grundsteinlegung (Herbst 1976) saßen schon vier Klassen in der Baracke am Wendelweg, die wir selbstbewusst „Pavillon“ nannten.



Georg Michael Rosa verliest den Grundsteinspruch

Das Richtfest fand am 26. Mai 1977 statt, und im Frühjahr 1978 zogen sieben Klassen in das neue Schulhaus ein. Wir hatten schon ein richtiges Kollegium, das mit sich und dem Vorstand begann, eine Auseinandersetzungskultur zu entwickeln, ein Kollegium, das durch große finanzielle Verzichte den Schulbau mit ermöglicht hat, und last not least ein Kollegium, das mit viel Einsatz und Begeisterung die Kinder unterrichtet, die mittlerweile in ihrer Familie, ihrem Beruf oder im Studium ihre Frau bzw. ihren Mann stehen. Das war in gewisser Weise auch das Ende vom Anfang. Schön, dass ich dabei sein durfte.

Georg Michael Rosa

Nachdruck aus: „Mitteilungen Pfingsten 95“



Architekt Walter Beck mit dem Grundstein

Hermann P. Lockner und Architekt Walter Beck



Ein Mitglied des Gründungsvorstands erzählt: 

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt, und der uns hilft zu leben. (Hermann Hesse: Stufen)

Es war bald nach dem Kriege, da kam ein als Wanderer gekleideter Mann mittleren Alters zu Familie L. und stellte sich als derjenige vor, der in einem der ersten Winter in Russland ein Paar – wie er sagte – lebensrettende Win-terstiefel bekommen hatte, und jetzt wollte er, da er auf der Durchreise nach Stuttgart war, sich persönlich für diese Hilfe bedanken. Ein Wort gab das andere nach dem Woher und Wohin und so erfuhren die Gastgeber, dass die Lehrer der Stuttgarter Freien Waldorfschule, die den Krieg überlebt hatten, zusammengekommen waren, um eine Wiedereröffnung der Schule zu beraten. Was das denn für eine besondere Schule sei, und man hätte da auch ein sechsjähriges Büble, das noch ganz verstört sei, weil es in der Bombennacht alle seine Spielkameraden verloren habe, und er solle doch schreiben, wenn da eine Chance für eine Aufnahme sei. Irgendwie war das „Büble“ diesem Schicksal dankbar und begann 1967 Ausschau zu halten nach Menschen, die dem Wunsche, auch in Würzburg eine Waldorfschule zu begründen, freundliche Mithilfe versprachen. So versammelten sich denn am 2. September 1968 – nachdem am 5. Juli Georg Hartmann als Leiter des Pädagogischen Seminars in Dornach einen öffentlichen Vortrag über die „Ziele der Waldorfschulpädagogik“ gehalten hatte – lt. Anwesenheitsliste 19 Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft zusammen mit ehemaligen Waldorfschülern und deren Freunden. Amtsrichter Dr. Werner Mayer vom Nürnberger Schulvereinsvorstand formulierte mit den Anwesenden eine einstimmig angenommene Satzung. Als es dann an die Vorstandswahl ging, lief es schon etwas zäher, was das Ende der Zusammenkunft um 1.15 Uhr ahnen lässt. Schließlich wurde ein Rundum-Votum eingeleitet, bei dem jeder sagen sollte, warum er gekommen sei und welche Aufgaben er zu übernehmen bereit sei. Erst mit den letzten Voten wurde der Vorstand vollständig:

1. Vorsitzender Herr Friedrich Kipple, Veitshöchheim 

Stellvertretender Vorsitzender Herr Helmut Müller, Giebelstadt

Schatzmeister Herr Peter Lockner, Würzburg

Die erste Mitgliederversammlung für das Rumpfjahr 1968 verzeichnet dann als Aktivitäten einen weiteren Vortrag Günther Zickwolfs am 19.11. mit dem Thema „Stufen des Lebens und Lernens“. Der Eintrag ins Vereinsregister, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und die Fühlungnahme mit dem Herrn Oberbürgermeister folgten. Als Türöffner „missbrauchten“ wir da unsere beiden Universitätsprofessoren. Als dringend anzugehende Aufgaben standen an: Beschaffung eines Kindergartengrundstückes, die Verbindung zu Lehrern und Kindergärtnerinnen, die Beschaffung von Finanzmitteln, eine Verbindung zu anderen Waldorfschulen, die Mitgliederwerbung und das Gewinnen von Vortragenden. Am 14.10.1969 schrieb uns unser inzwischen weggezogenes Gründungsmitglied Felicia Ratschow, deren Vater damals ehrenamtlich die Geschäftsführung im Bunde der Freien Waldorfschulen ausübte und der dort von unseren Aktivitäten berichtet hatte, „dass man in Stuttgart mit unserem Tempo nicht einverstanden sei.“ Der Bund hatte nämlich wegen Lehrermangels ein allgemeines Gründungsverbot verhängt, das mehr als ein Jahrzehnt hielt und nur einmal von der Gründung der Waldorfschule Ruhrgebiet durchbrochen wurde. Zur Sammlung von Erfahrungen verlangte man von jedem Gründungswilligen, es müsse ein Waldorfkindergarten vorausgehen. Mit Waldorf-Erzieherinnen war es aber genauso schlecht bestellt, so dass der über die Stiefel bekannt gewordene Initiator nach Holland reiste, um dort Frau Mieke Paulissen zu gewinnen, die dann mit Frau Rzehak und Frau Gresser in Reutlingen bzw. Nürnberg ihre Waldorf-Zusatzausbildung erwarb. Inzwischen ging es an die Bauplanung. Architekt Walter Beck, München, der gerade die Erweiterungsbauten der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg in Arbeit hatte, brachte uns für unser schwieriges Gelände an der Kantstraße einen wunderbaren Plan für diese schwierige Hanglage und lieferte die ganze Bauplanung kostenlos für das im Erbaurecht vom Bürgerspital überlassene Gelände.



Helmut Müller senior und Johannes G. Stephan


 

 Elisabeth Eggerding

Für den 14. November 1970 konnten wir zur Grundsteinlegung laden. Stolz verwiesen wir dabei schon auf 130.000,- DM vorhandene Eigenmittel mit 50.000,- DM weiteren Zusagen, ferner 80.000,- DM von der Stadt und 85.000,- DM vom Bayerischen Kultusministerium, besorgt durch den DPWV. Mit Hypothek und abgetretenem Bausparkassen-Darle-hen war die halbe Million geschafft. Am 30. November 1969 begannen wir mit unserem inzwischen traditionellen Weihnachtsbasar im CVJM-Haus, dem am 18. Dezember das Oberuferer Christgeburtspiel folgte. Dann luden wir zur Einweihung des Kindergartenbaues ein. Oberbürgermeister Dr. Zeitler, Dr. Hagen Biesantz vom Vorstand am Goetheanum und Dr. von Kügelgen von der Vereinigung der Waldorfkindergärten gaben uns die Ehre, Dr. Biesantz mit einem Vortrag im Toscana-Saal der Residenz: Der Mensch und die Welt des Übersinnlichen. Wir konnten schon mit einer „arbeitenden“ Kindergartengruppe aufwarten, weil uns Pfarrer Schindelin in seinem Gemeinderaum einige Monate vorher mit einer Gruppe hatte arbeiten lassen. Die erste Etappe war erreicht. Nun ging es auf die Schule zu. Der Bund bremste, denn er hatte keine Lehrer, vor allem keinen erfahrenen Gründungsbetreuer. Der erstand uns in unserem leider 1980 zu früh verstorbenen Christian Brummer. Er war eigentlich für Augsburg vorgesehen. Bei der Einweihungsfeier des dortigen Kindergartens hörte er jedoch bei Tisch einem Bericht aus Würzburg zu und rief uns dann kurz darauf von der Rückreise einer Lehrertagung an, man könne doch ein so junges Kollegium wie in Würzburg nicht allein lassen, er habe schon mit Stuttgart gesprochen und biete nun eben seine Hilfe an. Hier muss etwas über diese jungen Kollegen gesagt werden. Fünf am Ende ihrer Lehrerausbildung stehende junge Menschen bereiteten sich darauf vor, für die Würzburger Waldorfschule da zu sein: Ulrike Hünig, Adelheid Reichert, Barbara Tietz, Klaus Hünig und Ezzo Reichert, dazu stießen Peter Bauer und eben als Mentor Christian Brummer. So etwas erweichte auch unseren liebevoll „Waldorfpapst“ genannten Ernst Weißert vom Bund. Er hatte einige Zeit im alten Würzburg studiert und da wohl bei der Betrachtung der Weinstuben, Biergärten und –keller und den gut besuchten 47 Kirchen seine Bedenken gewonnen, ob da noch Platz für eine Waldorfschule sei. Würzburg wurde auch tatsächlich die Waldorfschule mit mehrheitlich katholischer Elternschaft, ein Beweis für die weltoffene Haltung dieser Bischofsstadt. – Das Ergebnis war schließlich: Wir durften im September 1975 beginnen! Die Genehmigung des Kultusministeriums war noch unterwegs. Der Ort des Beginns war ein Pavillon am Wendelweg 8 in Heidingsfeld, zunächst mit 4 Jahrgängen in 2 Klassen, bis unsere junge Mannschaft die Waldorfzusatzausbildung vollzogen hatte.




Ein bisschen Glück muss auch dabei sein.

Als wir uns sehr um ein Grundstück für den Schulbau bemühten, d.h. den Kindergarten schon bezogen hatten, hefteten sich die Blicke immer wieder auf das Grundstück im Osten, jenseits der Hofmeierstraße den Hang hinauf ... Wir wollten zum OB; da trafen wir am Eingang des Rathauses mit einem eben vom OB kommenden Besucher zusammen, der auf Herrn Lockner zuging und, als er erfuhr, dass wir in Grundstücksfragen vorsprechen wollten, gleich heraussprudelte: „Grad´ habe ich gesehen, Sie zielen auf das Grundstück nördlich der Ebertsklinge, um da einen Riesenkasten draufzubauen. Aus dem Gelände wurden aber für die Neue Residenz die Steine gebrochen und das ganz dann mit Erde aufgeschüttet. Das müssen Sie sehr tief gründen, sonst rutschen´s mit Ihrem Bau den Hang runter.“ Wir behielten das Wissen für uns und fanden einen erstaunten OB, dass wir uns von dem anvisierten Gelände so schnell wegloben ließen.



Adelheid Reichert und das erste Orchester

schwierige Hanglage und lieferte die ganze Bauplanung kostenlos für das im Erbaurecht vom Bürgerspital überlassene Gelände. schwierige Hanglage und lieferte die ganze Bauplanung kostenlos für das im Erbaurecht vom Bürgerspital überlassene Gelände. schwierige Hanglage und lieferte die ganze Bauplanung kostenlos für das im Erbaurecht vom Bürgerspital überlassene Gelände. tadträte hatten vor kurzem beschlossen, diese ganze Hanglage für Villen für Menschen auszuweisen, an deren Zuzug die Stadt ein Interesse haben musste, weil sie den an Würzburg interessierten Verbänden, Organisationen, Behörden und Schulen für deren leitenden Mitarbeiter geeigneten Baugrund bereitstellen musste. Hier trafen sich also die Interessen, ohne dass der eine vom anderen wusste, dass er im Begriff war, eine offene Tür einzurennen. Ein anderes Mal ging es um den bescheidenen Kostenanteil für die 4 Klassen Grundschule, für die die Zuschüsse bereitwillig gegeben wurden. Wir sprachen zum wiederholten Mal bei der Regierung von Unterfranken vor, hörten aber erneut, dass der Antrag unvollständig sei. So traten diesmal Vorstand und Lehrerschaft gemeinsam auf, und das bewog Herrn Elsdörfer, seine Mittagspause zu kürzen, und er war bereit, den steckengebliebenen Rohbau anzusehen. Er kam auf das Schulgelände, sah den schon unter Dach befindlichen ganzen ersten Bauabschnitt, der so angelegt war, dass er notfalls einmal mit einigen Barackenauslegern die ganze Schule aufgenommen hätte, stieg mit uns über Leitern in den ersten Stock und rief erstaunt aus: „Das alles haben sie ohne eine Mark Zuschuss gebaut? Morgen früh kommt meine Sekretärin zu Ihnen in den Wendelweg, wird alle Unterlagen mitbringen und zusammen mit Ihnen den Antrag ausfüllen; denn ich sehe, Sie sind mit den Formvorschriften nicht zurecht gekommen. So war es ja auch gewesen.

Und wie war das mit der Finanzierung?

In Bayern war zwanzig Jahre lang keine amtliche Stelle mehr damit befasst gewesen, was zu tun sei, wenn eine weitere Waldorfschule (nach den Schulen in München und Nürnberg) gründen wollte, und das führte zu Fehleinschätzungen auf beiden Seiten. Die Gründer nahmen als selbstverständlich an, sie würden die gleichen Vergünstigungen (lies: Zuschüsse) bekommen wie die bestehenden Schulen. Die für die Genehmigungen zuständigen Stellen sahen das aber ganz anders, und damit begann ein langer Instanzenweg über verschiedene Gerichte, der mit einem zuletzt ablehnenden Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe endete. Die Unterzeichnung dürfte in die letzten Amtstage von Roman Herzog gefallen sein, bevor er dann sein neues Amt als Bundespräsident antrat. In den fast zwei Jahrzehnten des Rechtsstreits hatten sich natürlich die Zulassungsbedingungen immer wieder geändert. Während wir in der Waldorfstatistik damals unter Rang 41 rangierten, bestehen heute in Deutschland einschließlich der neuen Bundesländer mehr als 190 Schulen nach der Pädagogik Rudolf Steiners.

Helmut Müller sen.

Aktualisierter Nachdruck aus: „ Mitteilungen Pfingsten 1995“



Erinnerte Eindrücke vom Schulbeginn Herbst 1975

Das Samenkorn für die Schulgründung war längst gelegt und jetzt war es soweit. Zwischen einer verfallenen Zuckerfabrik und einem kleinen Judenfriedhof gelegen, stand die Holzbaracke, genannt „Pavillon“, die erste Würzburger Waldorfschule. Sie stand auf Stelzen, das Gras, die Disteln und viele Löwenzähne wucherten drum herum. Wir Eltern, vorwiegend die Mütter, nahmen die Renovierung in die Hand. Drinnen wurden Eimer aufgestellt, wenn es regnete, es wurde getüncht, gescheuert und geschrubbt, draußen gejätet, gepflanzt und gegossen. Auch die Miete für das Ganze haben wir anteilig mitbezahlt. So naht der Einschulungstag im September 1975. Ein Häuflein Kinder mit ihren Eltern saßen erwartungsvoll im „Saal“ (größter Raum des Pavillons) und lauschten den Worten, die Herr Brummer aus München gleichermaßen zu Kindern und Eltern gesprochen hat. Wir hatten jetzt eine erste und eine zweite Klasse. Die Kinder, wo kamen sie alle her? Einige aus dem Waldorfkindergarten (der bestand schon drei Jahre), einige wenige aus Anthroposophen-Familien, einige, wo Vater, Mutter oder Tante selbst Waldorfschüler waren, einige aus der antiautoritären Szene, einige aus Pädagogenfamilien (die wohl am besten wussten, warum sie die Waldorfschule wählen), ein paar Zärtlinge, ein paar Schüchterne... Unsere Lehrer waren Herr Bauer, „der Gründungslehrer“ für die zweite Klasse, Frau Reichert für die erste Klasse, Frau Eggerding für Eurythmie und Handarbeit und unsere gute Frau Annemarie Hünig hatte für die erste Zeit den Französischunterricht übernommen. Bald gab es auch für beide Konfessionen (katholisch und evangelisch) Religionslehrer. Die Lehrer bekamen sehr wenig Geld, wie wenig, weiß ich nicht. So, wie der Pavillon auf Stelzen stand, so stand auch das ganze Schulunternehmen noch nicht fest verankert auf der Erde. Staatliche Zuschüsse gab es noch lange nicht. Die Eltern hatten sich zu „Leih-“ und „Schenkungsgemeinschaften“ zusammengeschlossen. Die endgültige staatliche Genehmigung der Schule befand sich noch in der Schwebe. Wir hatten sozusagen nichts als ein Dach über dem Kopf. Und ein paar wunderbare Lehrer, die unser volles Vertrauen besaßen! Die Schüler wuchsen heran und fühlten sich wohl. Unsere Nachbarn hier wunderten sich immer wieder, wieso mein jüngstes Kind jeden Tag nach Heidingsfeld fahre, wo wir doch die schöne Schillerschule gegenüber hätten und das Kind doch ganz normal sei. Beim „Schulespielen“ mit anderen Kindern waren unsere Waldorfschüler halt doch „ein bisschen doof“. Da fragte der Eine: „Was soll das sein: Noten?? Die spielen wir immer mit der Flöte!“ Eine andere gab einem Kind einfach die Note 8! (Sie ist ein vorzügliche Pharmazeutin geworden, der andere ein tüchtiger Geschäftsmann).

Das erste Schuljahr neigte sich schon. Wir hatten daheim den Fernseher und den Fußball abgeschafft, für den ersten Adventsbasar gewerkelt, die erste Monatsfeier gesehen und ein Sommerfest auf dem Schulgelände gefeiert:

„Es führt über den Main eine Brücke aus Stein! Wer darüber will geh´n, muss im Tanze sich dreh´n. trallalalalaa“ Diese schöne Liedmelodie klingt noch heute in meinen Ohren. Alle Kinder, Eltern und Lehrer sangen und tanzten und unser Gemeinschaftstanz rief deutlich hörbar: Wir leben!

Rotraut Teichmann



Damals im Wendelweg

Für viele ist es schon Historie: der Beginn unserer Schule im Wendelweg, Heidingsfeld, in den sog. Pavillonbauten. 1975/76 begann es, und Frau Vorndran war fast von Anfang an dabei als Schülermutter und Sekretärin. Erinnert man sich an diese Pionierzeiten, erscheint vieles gleichsam abenteuerlich. Das „Schulbüro“ war gleichzeitig das „Lehrerzimmer“ (oder umgekehrt), ein Raum von ca. 16 m2, der alle Akten und die Schülerkartei aufnehmen musste. In den Pausen herrschte Hochbetrieb! Eine Schulglocke gab es nicht. Pünktlich zu jedem Schulstundenende ging Frau Vorndran mit einem Gong durch die Gänge, um die Pause „einzuläuten“. Das Gleiche geschah dann zum Pausenende. Den Gong gibt es heute noch (im Lehrerzimmer), allerdings nun für andere Zwecke... Die Klassenräume waren nicht sehr schalldicht. Man lernte und unterrichtete auf Tuchfühlung. Die erste Klasse fühlte sich besonders mit dem Wetter verbunden. Wenn es regnete, regnete es in diesem Raum durch! Abhilfe schaffte Frau Reichert rasch: “Frau Vorndran! Haben Sie einen Eimer?“ Der wurde dann im Klassenzimmer aufgestellt, musste jedoch an einem regnerischen Vormittag öfters entleert werden. Lehrer, die diese Zeit miterlebten, sprechen von regelrechten „Wassereinbrüchen“ durch die Decke! Die Pavillons – aus Glas und Holz gebaut – standen stelzenartig ein Stück erhöht auf senkrechten Betonpfeilern. Der freie Raum lud manchen Lausbuben der Nachbarschaft nicht nur zum Höhlenbau, sondern auch zum Lagerfeuerchen ein, was man dann noch tagelang im Haus riechen konnte. So gab es vielfältige Nöte in jener Zeit, bei deren Bewältigung Frau Vorndran phantasievoll und beherzt zufassen musste. Die Gründerzeit war eine schwere Zeit. Aber seltsam – wenn man mit Menschen spricht, die damals schon dabei waren, dann hört man oft mit etwas Wehmut: „Eigentlich war´s damals am allerschönsten...“

E. Reichert (L), K. Rohrbach (L)

Nachdruck aus: „Mitteilungen Pfingsten 1995“



Aus der Entstehungsgeschichte unserer Schule

Die Geschichte unserer Würzburger Waldorfschule hat mehrere Wurzeln. Von einer soll hier kurz erzählt werden: Im Jahre 1961 zogen zwei kinderreiche Familien nach Würzburg. Die eine kam aus Tübingen, die andere aus Marburg. Die schulpflichtigen Kinder der beiden Familien hatten die dortigen Waldorfschulen besucht. In den 60er Jahren gab es in Bayern nur zwei Waldorfschulen, die Münchener und die Nürnberger. In Würzburg gab es nicht nur keine Waldorfschule, sondern überhaupt nur wenige Menschen, denen dieser Schultyp ein Begriff war. Die Kinder der genannten zwei Familien mussten also auf Grundschule und Gymnasium umsteigen. Das war für die meisten von ihnen ein ziemlicher Schock, und besonders die Teenager, die früher gern mal über ihre Lehrer und über diese und jene „Missstände“ gemeckert hatten, merkten plötzlich, in was für gute Schulen sie bis dahin gegangen waren, und fanden die Art des Unterrichts an den Staatsschulen „mittelalterlich“ (dies ist nun schon fast ein halbes Jahrhundert her, und seitdem hat sich da sicher vieles geändert). Ein Grundschüler kam, es war im Dezember, mit den Worten aus der Schule: „Wir dürften heute eine Stunde früher heimgehen; die Katholischen haben ein Weihnachtslied gelernt.“ Die „Gymnasiasten“ aber meinten: hier muss etwas geschehen! In Würzburg muss eine Waldorfschule her! Sieben Jahre später wurde der Waldorfschulverein gegründet. Inzwischenwaren die Älteren schon im Studium, und als im 1972 eröffneten Waldorfkindergarten Wochenendseminare für pädagogisch Interessierte angeboten wurden, waren aus jeder der beiden Familien zwei Geschwister regelmäßig dabei. Im Jahre vor unserer Schulgründung war vom Verband der Freien Waldorfschulen ein Gründungs-Stopp beschlossen worden, da für die vielen in der Bundesrepublik geplanten Schulen bei weitem nicht genug Lehrer verfügbar waren. Herr Lockner, einer der Mitgründer des Schulvereins und selbst ehemaliger Waldorfschüler, nahm die beiden Geschwisterpaare in seinem Auto mit nach Stuttgart und stellte sie den maßgeblichen Herren als „unser Kollegium“ vor – nun konnte die Gründung der Würzburger Waldorfschule genehmigt werden. Alle vier „Waldorflehrer-Anwärter“ begannen nach ihrer Seminarausbildung in Stuttgart ihre Tätigkeit in der jungen Würzburger Waldorfschule. Drei aus diesem „Kollegium“ sind heute noch an unserer Schule tätig.

Annemarie Hünig



Folgenden Brief bekam das Kollegium kürzlich:

Liebe Kollegen, mit diesem Brief und dem kleinen süßen Gruß möchte ich mich bei Ihnen allen sehr herzlich für Ihre lieben Glückwünsche zu meinem Fünfundachtzigsten und vor allem für den herrlichen Blumenstrauß bedanken. Über beides habe ich mich sehr gefreut. Man denkt ja bei einem solchen Geburtstag gerne zurück an vergangene Erlebnisse und Tätigkeiten. Die Jüngeren unter Ihnen werden mich entweder gar nicht oder nur vom Sehen kennen. Vor 30 Jahren, 1975, gehörte ich zusammen mit Frau Reichert, Frau Eggerding und Herrn Bauer zum „Urkollegium“ der Würzburger Waldorfschule und habe ein Jahr lang in den Klassen 1 bis 3 Französischunterricht gegeben, was die reine Hochstapelei war, denn ich hatte (außer der Erziehung meiner sechs Kinder) keinerlei pädagogische Ausbildung genossen und hatte davor auch noch nie vor einer Klasse gestanden. Als nach einem Jahr eine „richtige“ Französischlehrerin gefunden worden war, wechselte ich in den Kindergarten zum Harfenspiel und begann mit den Schulkindern einen Flötenkreis. Danach half ich immer mal wieder aus, wenn Not am Mann war, mit Englisch- oder Musikunterricht in der Unterstufe, und schließlich bis 1990 im Religionsunterricht der Christengemeinschaft. Ich war also genau das, was man eine „Oma für`s Grobe“ nennt. Am meisten kannte man mich in den letzten Jahren als „Krippenmacherin“, und von dieser schönen Arbeit habe ich mich als letztes verabschiedet, nachdem ich eine ausgezeichnete Nachfolgerin gefunden hatte. So werden Sie sicher verstehen, dass ich es stets genieße, anlässlich von Vorträgen oder anderen Veranstaltungen immer mal wieder etwas „Schulluft“ zu schnuppern“. Nun wünsche ich Ihnen noch eine ersprießliche Konferenz und bin mit herzlichen Dankesgrüßen 

Ihre Schulgroßmutter Annemarie Hünig

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